Ökostrom verstehen
Ökostrom-Siegel: Was ok-power und Grüner Strom Label bedeuten
Nicht jeder Ökostromtarif verändert etwas. Der Unterschied liegt zwischen zugekauften Herkunftsnachweisen und Tarifen, die den Ausbau erneuerbarer Anlagen mitfinanzieren.
Aktualisiert: · Redaktion Tarifwatt
2 Siegel
mit echtem Ausbaubeitrag
Grüner Strom Label und ok-power
Warum „100 % Ökostrom“ wenig aussagt
Strom lässt sich im Netz nicht nach Herkunft trennen. Deshalb arbeitet der Markt mit Herkunftsnachweisen: Für jede Megawattstunde Grünstrom entsteht ein Zertifikat, das getrennt vom Strom verkauft werden kann. Ein Anbieter darf also konventionellen Strom einkaufen und ihn mit zugekauften Nachweisen aus dem Ausland als Ökostrom verkaufen. Legal ist das, an der Erzeugung in Deutschland ändert es nichts.
Die beiden strengen Siegel im Vergleich
| Kriterium | Grüner Strom Label | ok-power |
|---|---|---|
| Träger | Umwelt- und Verbraucherverbände | unabhängiger Verein (u. a. Wissenschaft, Verbraucherschutz) |
| Kernforderung | fester Förderbetrag je kWh für neue Anlagen | mehrere Modelle, z. B. Mindestanteil Strom aus jungen Anlagen |
| Anspruch | gilt als striktestes Label | etwas flexibler, mehr zertifizierte Tarife |
| Zusatznutzen | finanziert konkrete Projekte | fördert Neuanlagen und flexible Versorgung |
Daneben gibt es Prüfzeichen von TÜV-Organisationen. Sie bestätigen meist die Stromherkunft und Geschäftsprozesse, verlangen aber nicht zwingend einen Beitrag zum Zubau. Für die Umweltwirkung sind Grüner Strom Label und ok-power daher die härtere Währung.
In vier Schritten zum glaubwürdigen Ökostromtarif
- Im Stromvergleich den Filter für Ökostrom aktivieren.
- Im Tarifdetail prüfen, ob ein Siegel genannt ist – idealerweise ok-power oder Grüner Strom Label.
- Gesamtkosten für zwölf Monate mit dem günstigsten konventionellen Tarif vergleichen.
- Auf die üblichen Qualitätsmerkmale achten: max. 12 Monate Laufzeit, Preisgarantie, keine Vorauskasse.
Wie hoch die Preise aktuell liegen, steht unter Strompreise 2026. Wer zusätzlich Verbrauch senken will, findet Tipps im Stromspar-Ratgeber.
Häufige Fragen zu Ökostrom
Ist Ökostrom wirklich grüner Strom?
Physikalisch kommt bei allen Haushalten derselbe Strommix aus der Steckdose. Entscheidend ist, was Ihr Anbieter mit Ihrem Geld macht. Viele Tarife kaufen nur Herkunftsnachweise zu, etwa von norwegischen Wasserkraftwerken – das ändert am Kraftwerkspark in Deutschland nichts. Echten Zusatznutzen bieten Tarife mit strengen Gütesiegeln.
Was ist ein Herkunftsnachweis?
Ein Herkunftsnachweis ist ein Zertifikat über eine Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Quellen. Er wird getrennt vom Strom gehandelt und muss für jeden Tarif vorliegen, der als Ökostrom verkauft wird. Er sagt aber nichts darüber aus, ob zusätzliche Anlagen gebaut werden – Graustrom kann damit rechnerisch grün gemacht werden.
Welches Ökostrom-Siegel ist das strengste?
Als streng gelten das Grüner Strom Label und ok-power. Beide verlangen über den Herkunftsnachweis hinaus einen aktiven Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien. Das Grüner Strom Label schreibt einen festen Investitionsbetrag je verkaufter Kilowattstunde vor, ok-power kennt mehrere Modelle, etwa einen Mindestanteil Strom aus Neuanlagen.
Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?
Nicht unbedingt. Viele zertifizierte Ökostromtarife liegen preislich auf dem Niveau normaler Neukundentarife und deutlich unter der örtlichen Grundversorgung. Im Vergleichsrechner können Sie gezielt nach Ökostrom filtern und die Gesamtkosten gegenüberstellen.
Woran erkenne ich einen unglaubwürdigen Ökostromtarif?
Warnsignale sind: kein unabhängiges Siegel, sondern nur der Hinweis „100 % Ökostrom“, ein Anbieter, der zum Konzern mit hohem Kohleanteil gehört, sowie fehlende Angaben zu Investitionen in neue Anlagen. Prüfen Sie außerdem die Stromkennzeichnung auf der Rechnung oder Website des Anbieters.
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